Obwohl der Rat der arabischen Staaten eine Flugverbotszone über Libyen befürwortet, kann sich die UNO nicht auf eine Verhängung dieser Sanktion gegen Libyen einigen. Zu groß wären wohl die Gefahren, die mit Einrichtung und Einhaltung dieser Sanktion verbunden sind.
Deutschlands Bundesaußenminister Guido Westerwelle lehnt die Einrichtung einer Flugverbotszone in Libyen gegen Staatschef Muammar Gaddafi strikt ab. "Wir wollen und dürfen nicht Kriegspartei in einem Bürgerkrieg in Nordafrika werden", sagte Westerwelle heute, Mittwoch, in einer Regierungserklärung. Das militärische Eingreifen durch die Einrichtung einer Flugverbotszone werfe mehr Fragen auf, als es beantworte. Die Alternative sei jedoch nicht Tatenlosigkeit, sondern gezielte Sanktionen. Deutschland setze sich daher bei den Vereinten Nationen für eine Erhöhung des politischen Drucks auf das Regime Gaddafis ein, so Westerwelle.
Gaddafi hat Deutschlands Position im Gegensatz zu anderen Staaten ausdrücklich gelobt. Er traue dem Westen nicht mehr, sagte Gaddafi dem Fernsehsender RTL. Als Konsequenz würden Ölaufträge künftig an Russland, Indien und China gehen. Er könne sich aber vorstellen, dass Deutschland möglicherweise weiter Aufträge bekomme.
In Libyen rücken die Truppen Gaddafis gegen Stadt Misratavor. Artillerie und Panzer feuerten auf die 200 Kilometer westlich von Tripolis gelegene Stadt. Misrata ist eine der letzten großen Städte in Rebellenhand im Westen Libyens.Im Osten ist Bengasi noch in der Hand der Aufständischen.
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